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19.12.08 15:49

Stille Nacht! Heilige Nacht!
das ewige Lied

Soeben komme ich von einer hektischen Einkaufsfahrt zurück. 20 cm Neuschnee machten die Rückfahrt zu einer zwangsweise stressigen, gleichzeitig aber auch langsamen Heimfahrt. Nachdem ich meine Einkäufe ins Haus getragen, Kaffee gekocht und die Schuhe ausgezogen habe, setze ich mich an den PC. Erst einmal Emails abholen. Natürlich, wie immer, jede Menge Werbung dabei.
Mein Blick schweift hinaus in den Garten. Blendendes Weiß läßt meine Augen schmerzen. Läßt sie aber auch verweilen auf eine tiefverschneite Landschaft, die unter der Schneedecke unschuldig und rein wirkt.
Mein Blick verweilt dort. Ich kann ihn nicht abwenden von der stillen, weißen Idylle. Längst habe ich die Tastatur beiseite geschoben, den Kaffee unbeachtet erkalten lassen. Den Fernseher habe ich schon vor Minuten ausgeschaltet. Negative Nachrichten oder Werbeblocks, wie: „Schließen Sie nur 2 Handyverträge ab und wir schenken Ihnen einen Motorroller, eine Gamebox und was auch noch vor Weihnachten! Der neue PC, ohne den Weihnachten nicht möglich ist! Das…“
Ich kann das Verkaufsgeschwafel, was mir alles Mögliche zu Weihnachten aufdrängen will, nicht mehr ab. Hat Weihnachten überhaupt nichts mehr mit Christentum zu tun?
Schneeflocken tanzen, ja swingen hinunter auf die Erde. Der Himmel hat Frieden geschlossen mit der Erde. Kein Sturmgebraus. Keine kalten beißenden Winde, die einem die Tränen in die Augen schießen lassen. Swingende Schneeflocken lassen auch mich zu einer, mir seit langem fehlenden, Ruhe und Besinnlichkeit kommen. Jetzt sehe ich den Schnee auf einmal nicht als Feind des Autofahrers, sondern als Boten des Winters. Als Freund und Helfer der Natur. Als etwas, daß auch den Advent, „die Ankunft“, als etwas Weißes, Reines erscheinen läßt.
Wir schreiben den 3. Dezember 2008. Wenige Wochen noch und wir haben „Heilig Abend“. Eine Email, die mir ein lieber Freund vorhin geschickt hat, läßt alles um mich herum nichtig erscheinen.
Er schrieb mir, daß er dieses Jahr noch operiert würde. Und in seinem Alter: nun, man weiß ja nie, ob man vorne oder hinten herausgetragen wird. So richtig christlich sei er ja nie gewesen, doch beim Surfen im Internet ist er auf den Text eines Liedes gestoßen, daß er wohl seit seiner Kindheit nicht mehr gesungen habe. Und er wolle es mir doch auch zusenden. Die Zeit, die OP, nun ja: auch etwas Melancholie wäre wohl auch dabei. Die Email ging noch lang und das Lied, das er mir zumaile war Folgendes:

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf’ in himmlischer Ruh’!
Schlaf’ in himmlischer Ruh’!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von Fern’ und Nah:
Christ, der Retter ist da!
Christ, der Retter ist da!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ in deiner Geburt!
Christ in deiner Geburt!

Und als ich das Lied mit den Augen gelesen, mit der Seele gesungen hatte, mußte ich mir einige Tränen aus den Augen wischen. Doch ich schämte mich ihrer nicht. Ich blickte auf, rief meinen Freund an und bedankte mich für diese liebe Email. Doch eine aufkommende Frage konnte er mir nicht beantworten: wer hat es geschrieben und seit wann gibt es ‚Stille Nacht – Heilige Nacht‘?

Und so recherchierte ich und kam zu folgendem Ergebnis:

Oberndorf, durch die napoleonischen Kriege um 1818 erschüttert, zerstört, war die Wirkungsstätte von Joseph Mohr. Eine große Hungersnot herrschte damals unter der Bevölkerung und die Menschen waren verarmt.
Aufgrund des schlechten Zustandes war die Orgel in Oberndorf unbespielbar geworden. Und so bat der Hilfspriester Joseph Mohr den Schulmeister Gruber, doch eine Melodie zu seinem in Mariapfarr geschriebenen Text zu komponieren. Diese solle aber so geschrieben sein, daß man sie mir der Gitarre spielen könne. Und das Lied wurde dann auch am gleichen Abend, dem „Heiligen Abend“, in der St. Nikolaus-Kirche erstmalig aufgeführt.
Mehrere Tiroler Sängerfamilien und der Tiroler Orgelbauer Mauracher verbreiteten das Lied danach in der ganzen Welt. Das Grab von Joseph Mohr befindet sich in Wagrain (Pongau), das von Gruber in Hallein (Tennengau), wo beide ihre letzten Wirkstätten hatten. Und mittlerweile ist das Lied in über 300 Sprachen übersetzt und wohl auf der ganzen Welt bekannt.

Mittlerweile ist es fast dunkel. Der Schnee blendet nicht mehr, die Vögel haben sich zur Nachtruhe versammelt. Ein stumpfes Grau hat das strahlende Weiß verdrängt. Ich werde mich jetzt auch zurückziehen. In Gedanken zurück in eine frühere Zeit, wo alles noch etwas beschaulicher war. Wo der e-commerce nicht das Weihnachtsfest bestimmte, wo die Kinder noch an das Christkind und den Weihnachtsmann glaubten. Zurück in eine Zeit, wo man Kinder auf der Straße ansprechen konnte: „Wißt ihr denn, was Weihnachten ist?“.
Und wo dann nicht Antworten kamen, wie: „Naja, Weihnachten ist cool und absolut wichtig. Denn da bekomme ich von Oma tolle Geschenke, Onkel Franz schenkt mir die neue Playstation, Tante Martha will mir Geld geben, von Mama kommt das neue Handy, von…“

Und auch ich wünsche mir etwas zu Weihnachten. Nicht nur für mich, für alle Menschen auf dieser Welt.

Ein klein wenig mehr „Stille Nacht! Heilige Nacht!“


01.07.08 22:10

Danke!

Auch für die liebe Antwort

wieder schöne Seite

30.05.08 20:03

Liebe Leute,

beim Suchen nach Anregungen für unsere Kirchengemeindeseite, bin ich auf eure Seite gestoßen, meinen Respekt den Gestalter der Seite.

Gruß
Werner

Erich Fritz aus Besigheim
erich_fritz@dont-want-spam.t-online.de

02.12.07 22:45

Herzliche Glück- und Segenswünsche an das neue KGR-Gremium – Gottes Segen für Ihre Arbeit!

Zur Wahl:
Lisa Fischer hat man zu wenig Stimmen berechnet, sie müsste mehr als 680 haben. Kandidatensuche: Es schafft mehr Vertrauen, wenn Aussagen länger Gültigkeit haben als von März bis September.

Freundliche Grüße

ef

11.04.06 17:19

Herzlichen Glückwunsch

Herzlichen Glückwunsch zu diesen wirklich gelungenen und einladenden Seiten. Fehlt nur noch ein Beitrag unserer Kindergärten.
Werde diese Seiten gerne öfter besuchen.
Liebe Grüße von Cornelia Lembeck

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