Frank Heye studierte Orgel am Königlichen Konservatorium in Gent (Orgel bei Edward de Geest und Dirk Verschraegen). Er war Preisträger bei Orgelwettbewerben und hat an Meisterklassen von Josef Huys, Ewald Kooiman, Ton Koopman und Guy Bovet teilgenommen.
Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Orgelmusik und er hat zahlreiche Werke uraufgeführt. Sein Repertoire umfasst alle Epochen der Orgelmusik, besonders auch die flämische symphonische Orgelmusik.
Er ist Titularorganist der historischen Orgel in Destelbergen/Gent und leitet die dortige Orgelkonzertreihe, die sich besonders für die Orgel als Kammermusik-Instrument und für die zeitgenössische Orgelmusik einsetzt. Er ist daneben Co-Direktor der Orgelkonzertreihe im belgischen Laarne und des Sommerkonzert-Zyklus an der Kathedrale St. Bavo in Gent.
2003 wurde er für seine Verdienste um die Orgelkultur von der französischen Akademie „Sociéé académique arts, sciences et lettres“ in Paris mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Er lehrt Orgel u. a. an der Musikakademie in Gent und ist daneben als Konzertorganist tätig.
Zu den flämischen Komponisten:
Willy Snellings (1915-1997)
studierte (u. a. bei Flor Peeters) Chorleitung, Orgel, Klavier und Gregorianik. Er war Organist in Schaarbeek und Waver und lebte nach seiner Pensionierung in Gent. Mehrere seiner Orgelwerke wurden mit Kompositionspreisen ausgezeichnet. Sein Schaffen ist durch eine traditionelle Klangsprache, reiches harmonisches Kolorit und bewegliche Stimmführung gekennzeichnet. Frank Heye war mit dem Komponisten persönlich gut bekannt und wird in diesem Jahr eine CD mit seinen Werken veröffentlichen.
Camil van Hulse (1897-1991)
erhielt seinen ersten Orgelunterricht vom Vater und studierte dann an den Königlichen Konservatorien in Antwerpen und Brüssel. Von 1919 bis 1922 war er Hauptorganist in Sint Niklaas, wanderte aber schon 1923 aus gesundheitlichen Gründen (eine Lungenkrankheit) in die USA aus. Er wirkte in Arizona, zunächst in Tucson, dann in Altadena.
1928 war er Mitbegründer des Tucson Symphony Orchestra und wurde dessen Chefdirigent. Ab 1957 widmete er sich ausschließlich der Komposition (u. a. eine Kantate „Les Béatitudes“ unter dem Einfluß César Francks). Daneben war er ein gefeierter Konzertorganist.
Flor Peeters (1903-1986)
studierte am Lemmens-Institut in Mechelen sowie bei Marcel Dupré und Charles Tournemire in Paris. Er gilt als die herausragende Lehrer- und Organistenpersönlichkeit und einer der bedeutendsten belgischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Peeters wirkte als Orgelprofessor am Lemmens-Institut sowie an den Konservatorien von Gent und Antwerpen. Ab 1923 war er Organist an der Kathedrale in Mechelen.
Gabriel Verschraegen (1919-1981)
erhielt seine Ausbildung ebenfalls am Lemmens-Institut in Mechelen sowie bei Flor Peeters in Gent. Er war als Pädagoge, Organist, Orgelsachverständiger und Komponist tätig. Mit 25 Jahren wurde er Organist an der St. Bavo-Kathedrale in Gent und Nachfolger von Flor Peeters am dortigen Konservatorium. 1951 gründete er das „Genter Orgelzentrum“, das Wettbewerbe und internationale Orgelkonzerte veranstaltet. Seine Kompositionen sind durch eine neobarocke Klangsprache gekennzeichnet. Man kann sein Schaffen in zwei Gruppen einteilen: die Werke, die an gregorianische Themen gebunden sind und die freien Orgelwerke im neobarocken Stil.
Frank Heye spielte am 15.03.2009 Werke von
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621)
Vier Variationen über Psalm 140
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Präludium und Fuge c-moll BWV 546
Max Reger (1873-1916)
Capriccio, aus: Monologe op. 63
Flämische Komponisten:
Willy Snellings (1915-1997)
Vier Variationen über “Als tussen licht en donker”
(Zwischen Licht und Finsternis)
Camil van Hulse (1897-1991)
Sonate op. 105 für Orgel
Maestoso – Quasi pastorale –Finale
Flor Peeters (1903-1986)
Zwei Choralbearbeitungen aus op. 68
„O Gott, du frommer Gott“
„Wie schön leuchtet der Morgenstern“
Gabriel Verschraegen (1919-1981)
Partita über „Veni Creator“
Passacaglia e-moll op. 20